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Historische Entwicklung der Fiebertherapie

Das Prinzip der Nutzung des Fiebers zur Stärkung und Wiederherstellung der Gesundheit ist seit Jahrtausenden bekannt (u. a. Parmenides vor zweieinhalbtausend Jahren: "Gebt mir die Macht, Fieber zu erzeugen, und ich heile alle Krankheiten!"). Im Altertum bereits stellte man fest, dass Patienten mit Malaria auffällig seltener an Krebs erkrankten als die übrige Bevölkerung.

Die Behandlung von Tumoren durch eine aktive Fiebertherapie wurde erstmals 1866 (Busch) festgehalten, als die erfolgreiche Sarkombehandlung durch eine provozierte Erysipelinfektion gelang. Um die Jahrhundertwende erzielte der Amerikaner Coley mit seinen Fiebervakzinen überraschende Erfolge bei 896 dokumentierten Krebspatienten, ohne seinerzeit eine Erklärung für die Wirkung der Injektion fieberauslösender Bakterienpräparate gefunden zu haben. Diese aktive Fiebertherapie in der Form von intravenösen Injektionen bakterieller Pyrogene führte in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts ein ausgesprochenes Schattendasein in der Medizin. Der zunehmende Einsatz von Sulfonamiden und Antibiotika sowie das Aufkommen der Strahlen- und Zytostatikabehandlung machte die Fiebertherapie erst recht zu einem mit Verachtung und Hochmut angesehenen Aschenputtel in der Medizin.

Selbstverständlich muss bei der Auswahl der Patienten für die Fiebertherapie stets die Herz- und Lungenfunktion sowie der Allgemeinzustand berücksichtigt werden. Unter diesen Kautelen ist die Fiebertherapie weitgehend komplikationsarm.