NPSO nach Siener

Die NPSO ist ein modernes Mikro-Aku-Punkt-System und steht für Neue Punktuelle Schmerz- und Organtherapie.

Einführung

Wenn man sie bereits bekannten Therapiesystemen zuordnen möchte, dann zwischen Akupunktur und Neuraltherapie Durch ihre Komplexität arbeitet sie v.a. in der Therapie somatotop übergreifend. Ein Somatotop bezeichnet ein Areal, in dem sich der Körper als Ganzes im Kleinen nochmals darstellt. (Somatopie: Der Begriff stellt eine Zusammensetzung von soma (Körper) und topos (Ort) dar. Man bezeichnet mit somatotopischen Projektionen eine Sensibilitätszuordnung zwischen Haut- und Körperarealen. wikipedia ) Ihr Begründer, der 1993 verstorbene Heilpraktiker Rudolf Siener (Abb. 1), hinterließ mit der NPSO eine Methode, Schmerzen und andere Beschwerden schnell und erfolgreich zu behandeln
Die NPSO ist ein eigenständiges und zusammenhängendes Therapiesystem und versteht sich als eine energetische Reflexzonentherapie.

Definition Schmerz und NPSO

Die NPSO hat sich in erster Linie als Therapie bei Schmerzen am Bewegungsapparat bewährt. In der Zwischenzeit zeigen sich immer mehr Einsatzmöglichkeiten im Organbereich.
Schmerz ist in erster Linie ein Signal des Körpers, das auf eine Fehlfunktion, Überlastung oder einen Mangel aufmerksam machen will. Dieses Signal sollte nicht einfach unterdrückt, sondern behandelt werden. Die NPSO ist aus der Praxis und dem Wunsch heraus entstanden, Schmerzen schneller und effektiver zu behandeln. Denn Schmerz ist das, was die Patienten am häufigsten zu in die Praxen führt. Für den Behandler ist Art und Ort des Auftretens Wegweiser zur Ursache des Schmerzes und dessen Therapie. Prinzip der NPSO ist es, Blockaden zu lösen. Schon im Klassiker des gelben Kaisers (Grundlagenwerk der Akupunktur aus dem dritten Jahrhundert v. Chr.) heißt es: "Schmerz ist der Schrei des Gewebes nach fließender Energie."
Die NPSO ist keine rein symptomatische Therapie. Ätiologie und Pathogenese werden immer in die Behandlung mit einbezogen. Die Wirkungsweise ist energetisch, informativ und reflektorisch, bezogen auf die Reflexzone / das Somatotop.

Was die NPSO auszeichnet:

Es wird in einem gut überschaubaren Somatotop therapiert, welches viele strukturelle Übereinstimmungen aufweist.

  • Die Effektivität, besonders in der Schmerzbehandlung, ist sofort nachprüfbar; wie andere Mikroakupunktursysteme kann sie sekundenschnell wirken.
  • Es kann mit verschiedenen Stimuli therapiert werden. Hauptsächlich wird mit monochromatischem Farblicht gearbeitet. Alternativ mit Nadel, Spritze, Akupressur, Magnetenergie, etc.
  • Störfelder können detektiert und therapiert werden.
  • Sie wirkt ganzheitlich und ist für Patienten und Behandler risikolos, sofern sie ordnungsgemäß durchgeführt wird.

Beispiel

Mit der NPSO wird nicht lokal am Ort des Schmerzes behandelt, sondern von diesem entfernt. Zum Beispiel werden ein Kopfschmerz vom Knie und ein Kreuzschmerz von der Ferse aus behandelt. Warum? Auch in der Akupunktur liegen die zu hauptsächlich behandelnden Punkte nicht immer am Ort des Schmerzes, weil der Körper Signale auch in die Ferne weiterleitet, besonders in so genannte Reflexzonen. Am bekanntesten sind wohl die Fußreflexzonen, wo sich der gesamte Körper auf die Füße projiziert. Diese Reflexzonen stehen über energetische Linien mit den Bezugsorganen in Verbindung. Solche Linien sind seit Jahrtausenden bekannt, in der chinesischen Medizin beispielsweise als Meridiane der Akupunktur, oder im indischen Ayurveda sind es die sog. Nadis.
In der modernen Medizin lassen sich die Übertragungsmechanismen über Nervenbahnen erklären.

Ursprung und Geschichte

Die NPSO entwickelte sich aus einem diagnostischen und einem therapeutischen Verfahren, die sich gut miteinander ergänzen ließen.
Als passionierter Neuraltherapeut und Vegatester (Ein Elektroakupunkturverfahren nach Voll, das nur einen Punkt austestet. Anmerk. d. Red.) war Siener bei seinen Patienten immer auf der Suche nach Störfeldern. (Neuraltherapie nach Huneke, H. postulierte die Existenz so genannter „Störfelder"; dabei soll es sich um chronische Entzündungszustände handeln, die den Gesamtorganismus „energetisch" schwächen und Beschwerden in anderen Bereichen des Körpers hervorrufen können. (http://de.wikipedia.org/wiki/Neuraltherapie). Dabei ging er gezielt punktuell vor, indem er ein Hautwiderstandmessgerät einsetzte. Bei der Entstörung von Narben unterspritzte Siener nicht mehr die gesamte Narbe mit Procain, sondern nur die Punkte mit dem höchsten Messwert (niedrigster Hautwiderstand). Ebenso bei Störfeldern in Form von Frakturen, Verletzungen, Subluxationen etc. suchte er auch die Umgebung nach Punkten mit erniedrigtem Hautwiderstand ab. Dabei ist bekannt, dass Akupunkturpunkte und Punkte oder Flächen von Störfeldern einen anderen Hautwiderstand als die übrige Haut aufweisen. Und die Punkte zeigen sich auch nur dann messbar, wenn eine Indikation vorliegt. Außerdem zeigen sich die Punkte deutlich druckschmerzempfindlich.

Procain

Zu Beginn der Entwicklung der NPSO setzte Siener den therapeutischen Reiz mit Procain (lokal wirkendes Schmerzmittel, das bei dieser Therapie jedoch nicht als solches eingesetzt wird – es wird nur ein Tropfen verwendet; Anmerk. d. Red.;) indem er die gefundenen Punkte anspritzte. Siener erkannte später, dass auch geringere Reize ausreichten, um eine Wirkung zu erzielen. Heute wird hauptsächlich mit monochromatischem Licht behandelt.

Wirkungsweise

Der Verlauf einer NPSO - Behandlung lässt sich am besten am Beispiel eines Schmerzpatienten zeigen. Wichtig ist es zuerst, das Schmerzareal genau auf Druckdolenz (Schmerz auf Druck), bestehende Bewegungseinschränkungen und Entzündungszeichen zu untersuchen. Vom eigentlichen Schmerzareal geht man entlang der energetischen Linie (EL) zum Projektionsareal. Geht der Schmerz vom Gelenk aus, wird man auch in der Ferne in Gelenknähe therapierelevante Punkte finden. Muskelschmerzen projizieren sich auch in der Ferne auf die Muskulatur, Sehnen auf Sehnen, Knochen auf Knochen.
Bestehen nun beispielsweise Schmerzen im Rückenbereich werden sich korrespondierende Anteile dazu an der Wade finden lassen. Dann sucht der Therapeut die Maximalpunkte auf und diese werden dann behandelt. Diese Punkte sind zum einen druckschmerzhaft und zum anderen messbar mit einem Hautwiderstandsmessgerät. Es wird also fern vom Schmerz behandelt und die Verbindung läuft immer über eine vertikale Linie, ähnlich wie in der Akupunktur.

Wir können von jedem beliebigen Schmerzpunkt im Körper ein "Senkblei anlegen", in der Ferne einen oder mehrere dazugehörende MEPs finden und so das Schmerzgeschehen von dort aus beeinflussen (siehe oben). Wird der MEP stimuliert, löst dies einen über die Haut ausgelösten Reflex aus, der über die energetische Linie zum dazugehörigen Schmerzzentrum zieht. Alle Punkte, die deckungsgleich auf der energetischen Linie zwischen MEP und SZ liegen, werden gleichzeitig therapeutisch mit erreicht.

Hauptanwendungsgebiete

Die NPSO wird primär bei Schmerzen im Bewegungsapparat

  • Lumbago (Hexenschuß), Ischialgien (Reizung d. nervus ischiadicus), Halswirbelsäulensyndrom, Periarthritis (Gelenkgewebeentzündung), humero-scapularis (Schulter-Arm_Syndrom), Epikondylitis (sog. Tennisellenbogen), Tendopathien (deg. Veränderungen an Sehnenursprüngen und –ansätzen), Arthrose- und Arthritisschmerzen, Coxarthrosen (Hüftgelenksarthrosen), Statikverschiebungen und Sportverletzungen. Auch lassen sich
  • Diskusprotusionen oder -prolaps (Bandscheibenvorwölbungen und -vorfälle) gut beeinflussen, so dass in manchen Fällen eine Hüft- oder Bandscheibenoperation überflüssig werden kann.
  • Durch Behandlung der Füße kann die gesamte Statik neu aufgebaut, Hohl- und Sichelfüße beseitigt werden. Auch das Karpaltunnelsyndrom (durch Kompression eines Handnerves hervorgerufene Daumenballenatrophie mit Sensibilitätsstörungen) und der Fersensporn sind gut therapierbar.

Im Organbereich lassen sich vor allem entzündliche, schmerzhafte und krampfartige Prozesse positiv beeinflussen, z.B.:

  • Krankheitsbilder wie Cystitis (Blasenentzündung), Gastritis (Magenschleimhautentzündung), unklare Ober- und Unterbauchbeschwerden, Eierstockzysten, funktionelle Störungen der Gallenwege, chronische Blinddarmreizungen, Bronchitis und Asthma.
  • der gesamte HNO- und Kopfbereich bietet außerordentlich gute Therapiemöglichkeiten. Symptome wie Kopfschmerzen, Migräne, Trigeminusneuralgie (Gesichtsnerventzündung), Zahnschmerzen, Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung), Rhinitis (Schnupfen), Otitis (Ohrenentzündung), Sehstörungen und Geschmacksverlust können erfolgreich behandelt werden.
  • die Augenareale der NPSO sind Bestandteil der „Augenakupunktur nach Boel."

Ferner wirkt die NPSO hormonell regulativ,

  • z. B. bei Schilddrüsendysbalancen und kalten Knoten, Prostataadenom(Vergrößerung d. Vorsteherdrüse) und klimakterische Beschwerden. Die Patienten fühlen sich nach der Behandlung oft entspannt und erholt.
  • Lymphstauungen sind gut therapierbar. Grundsätzlich sollte man bei jeder Sitzung die Lymphareale mit berücksichtigen. Es ist wichtig, den Körper zu unterstützen, die angefallenen Schlackenstoffe auszuschleusen und auszuleiten.

Das Trigonum (Dreieck)

Eine ganz besondere Therapiemöglichkeit bietet sich durch das Trigonum (zu finden als gleichseitiges Dreieck am medialen Knie) (Abb. 7 und 8), welches das vegetativ-hormonelle Steuerungssystem repräsentiert. Es lassen sich hormonelle, nervale und psychische Wirkungen beobachten, die Schlafstörungen, manche Depressionen, Angstzustände, niedriger Blutdruck, sowie hormonelle Störungen lindern können.
Immer häufiger kommen Patienten in meine Praxis, die durch Medikamente oder Intoxikationen (Allgemeinerkrankungen n. Aufnahme v. Giften) hervorgerufene Blockaden in diesen übergeordneten Steuerungszentren aufweisen. Diese Patienten gelten oft als austherapiert. Hier bietet das Trigonum, neben sonstigen Maßnahmen wie Ausleitung und Entgiftung, einen neuen Therapieansatz.