Nebenwirkungen

Erfreulicherweise ist die Ozontherapie ein relativ sicheres Verfahren, das bei sachgerechter Durchführung keine Komplikation, die auf die Ozongabe zurückzuführen wäre, erwarten lässt. Dennoch muss eine Aufklärung erfolgen, die den Risiken des Behandlungsvorganges Rechnung trägt.

So ist bei der Eigenblutbehandlung durch die im. Reinjektion ein gewisser Schmerz zu erwarten, der vom Patienten toleriert werden muss. Gleiches gilt natürlich bei der Begasung von Wunden und der subcutanen Injektion (= Einspritzung unter die Haut) von Ozon-Sauerstoff-Gemisch. Ein Spritzenabszess ist aufgrund der mikroziden Eigenschaften von Ozon nicht zu erwarten, aber dennoch auch bei sachgerechter Eigenblutinjektion möglich. Laut Gerichtsentscheidung ist das Auftreten eines Spritzenabszesses noch kein Beweis für einen Behandlungsfehler (OLG Köln AZ: U 144/97) In diesem Urteil, das nicht im Zusammenhang mit einer Ozontherapie verkündet wurde, heißt es: “Schließlich lässt sich ein Spritzenabszess auch unter Beachtung aller denkbaren Sorgfalt nicht immer vermeiden“.


NEBENWIRKUNGEN DER OZONTHERAPIE

Bedauerlicherweise kam es aber auch bei der Ozontherapie in der Vergangenheit zu Zwischenfällen, die in einer Arbeit von Frau Maria Therese Jacobs 1980 zusammengetragen und ausgewertet wurden. 2815 Ozontherapeuten wurden um Mitarbeit gebeten, wovon 644 die Untersuchung unterstützten.

Insgesamt wurden 384775 Patienten mit der Ozontherapie bei knapp 5,6 Millionen Behandlungen versorgt.


Über 90 % der Therapeuten gaben ihren Erfolg mit der Ozontherapie als “sehr gut“ bzw. “gut“ an. Nur ein Therapeut gab an, die Ozontherapie mit mangelhaftem Erfolg zu betreiben.
Während dieser knapp 5,6 Millionen Anwendungen wurden 336 “Zwischenfälle“ beobachtet, die näher untersucht wurden:

Schon bei der ersten Aufarbeitung stellte sich heraus, dass bei den überwiegend geringfügigen unerwünschten Effekten in 309 Fällen das Ozon als Auslöser nicht in Betracht kam. Bei weiterer Recherche blieben 27 “Zwischenfälle‘ übrig, die dem Ozon anzulasten waren.


•    2 davon konnten als hypoglykämische Zustände (=Unterzuckerung) aufgeklärt werden,
•    3 waren ekzematöse Hautreaktionen,
•    11 Zwischenfälle waren allergische Reaktionen während der Ozontherapie,
•    11 konnten nicht näher geklärt werden.
•    15 dieser Komplikationen traten bei der inzwischen obsoleten intravenösen Gasinjektion,
•    2 bei der ebenfalls inzwischen nicht mehr üblichen intraarteriellen Gasinjektion,
•    7 bei der großen Eigenblutbehandlung und
•    3 bei der Beutelbegasung auf.


NEBENWIRKUNGEN DER OZONTHERAPIE

Nur 1/5 der Ozontherapeuten gaben an eine Ausbildung in Seminarform absolviert zu haben.

Bedenkt man diese Umstände, so ist selbst bei Einbezug der als “fehlerhafte Technik“ heute undenkbaren Komplikationen, die Zwischenfallquote mit 0,000005/ Ozon-Anwendung verschwindend gering gewesen.

Heute ist durch die Möglichkeiten der “latexfreien Ozontherapie“, die unterschiedlichen Möglichkeiten bezüglich der Antikoagulation sowie der Aus- und Weiterbildungsverpflichtung der Therapeuten eine noch geringere Komplikationswahrscheinlichkeit anzunehmen.

MEDIKAMENTUNVERTRÄGLICHKEITEN BEI DER THERAPIE

Gibt es Medikamente, die sich nicht mit der Ozontherapie vertragen?

Vor einer Ozontherapie ist es selbstverständlich neben der Untersuchung eine Anamnese (Patientenbefragung) durchzuführen und dabei alle Präparate zu notieren, die bereits vom Patienten eingenommen werden. Die Einnahme von Medikamenten, die die Blutgerinnung aufheben (z.B. Macumar) verbietet z.B. die Injektion in die Muskulatur. Eine Venenpunktion wie z.B. bei der sogenannten Blutwäsche kann jedoch durchgeführt werden. Ob es sinnvoll ist, oder ob eine Ozontherapie nicht mehr in der Lage ist in diesem Fall zu helfen, entscheidet der Therapeut.

Bisher ist nur bei einer relativ jungen Präparategruppe, den sogenannten “ACE-Hemmern“, zur Blutdruck-Senkung eine unerwünschte Wechselwirkung mit der Ozontherapie beobachtet worden.

Bei der Einnahme eines solchen Präparates, mit dem Wirkstoff der “1. Generation“, sollte vor Beginn einer Ozontherapie ein anderes Blutdruckpräparat eingesetzt werden. Inzwischen ist eine Vielzahl von gleich stark wirksamen, aber mit weniger Nebenwirkungen behafteten Präparaten auf dem Markt, sodass eine Umstellung problemlos möglich ist.