Neuraltherapie

Ein von Ferdinand Huneke aus der Segmenttherapie entwickeltes Verfahren, durch Injektion eines Lokalanästhetikums an ein Störfeld über ein Sekundenphänomen die sofortige Heilung der Beschwerden herbeizuführen. Nach Huneke kann jede chronische Krankheit störfeldbedingt sein. Jede Stelle des Körpers kann zum Störfeld werden.

SUCHE NACH STÖRFELDERN

Bei der neuraltherapeutischen Behandlung beginnt der Arzt zunächst mit der Segmenttherapie. Durch intrakutane Injektionen (in die Haut), durch Injektionen an Gelenken, Bandansätzen, Myogelosen (Muskelverspannungen) oder an Ganglien (Nervenzentren) versucht er die Nerven direkt in der Umgebung der Erkrankung oder über entsprechende Hautgebiete zu beeinflussen. Oftmals führt allein diese in immer größeren Abständen vorgenommene Behandlung zum Erfolg. Das injizierte Schmerz- oder Betäubungsmittel (z.B. Procain) liefert der Zelle Energie und aktiviert die Selbstheilungskräfte.

Erreicht der Arzt jedoch nichts, sucht er nach einem Störfeld. Dabei ist er auf die Mithilfe des Patienten angewiesen. Je besser das Erinnerungsvermögen des Patienten ist, umso eher lassen sich abgelaufene Erkrankungen, alte Brüche oder Narben, sogar aus der Kindheit, als Störfelder entlarven.

WEITERE INFORMATIONEN ZU DEM THEMA

» Indikationen
» Procain-Basentherapie
» Geschichte 

 

ALLGEMEINES:

Was hat die Narbe Unterm Fuß mit meiner Migräne zu tun?“ oder „Wie kommt es zur Heilung in Sekunden?“ So fragt mancher Patient, wenn er die Neuraltherapie nach Huneke kennen lernt. Worum geht es dabei?

 

IRRTUM FÜHRTE ZUR ENTDECKUNG

Die Brüder Walter und Ferdjnand Huneke, beide Mediziner, behandelten in den zwanziger Jahren lange erfolglos die Migräneanfälle ihrer Schwester. Um nichts unversucht zu lassen, spritzten sie ihr auch ein Rheumamittel in die Vene. Die Schwester verlor ihre Schmerzen sofort und war auf Dauer geheilt. Die Brüder entdeckten, daß allein der Zusatz von Procain (ein örtlich wirkendes Schmerz- und Betäubungsmittel) im Rheumamittel für die Heilung verantwortlich war. Bisher hatte man bei intravenösen (in die Vene gespritzten) Gaben von Procain mit einer tödlichen Gehirnlähmung gerechnet.

 

SEGMENTTHERAPIE

Durch Selbstversuche wiesen die Brüder Huneke nach, dass auch intravenös verabreichtes Procain bei richtiger Dosierung keine negativen Folgen hat. Versehentlich spritzte einer der Brüder das Procain nicht in, sondern teilweise neben die Vene. Der Heilerfolg blieb unverändert. Es wurde deutlich, daß Procain nicht übers Blut, sondern über die jedes Blutgefäß umgebenden Nervenfasern wirkt. So entstand die «Segmenttherapie». Durch Injektion eines Schmerzmittels in die entsprechenden Hautbezirke werden innere Organe behandelt. Dadurch nutzt der Neuraltherapeut die Reflexverbindungen zu den Organen.

 

DAS "HUNEKE- ODER SEKUNDENPHÄNOMEN"

15 Jahre später, 1940, entdeckte Dr. F. Huneke wieder etwas umwälzend Neues: Bei einer Patientin mit einer schmerzhaften Schultergelenkentzündung waren alle Injektionen im Sinne der Segmenttherapje erfolglos. Als F. Huneke jedoch eine entzündete Narbe am Schienbein behandelte, verschwanden noch während der Injektion alle Schmerzen im Schulterbereich. Auch die Narbe heilte. Außerhalb jeder segmentalen Zuordnung können demnach überall am Körper Störfelder sitzen, Auslöser für die verschiedensten Krankheiten.
Ein Störfeld ist meist ein winziger entzündlicher Bereich im Bindegewebe, der ständig Impulse zum Gehirn sendet. Dadurch können Fehlreaktionen und Krankheiten an anderen Stellen des Körpers ausgelöst werden.

 

WEM KANN GEHOLFEN WERDEN?

Bei allen Krankheiten, denen Störungen eines Organs, eines Nervs, der Durchblutung oder des allgemeinen Nervensystems zugrunde liegen, ist eine neuraltherapeutische Behandlung sinnvoll. Schmerzzustände aller Art, wie Migräne, Trigeminusneuralgie oder Folgen von Schädelverletzungen, Bandscheibenschäden oder rheumatische Schmerzen versprechen die besten Heilerfolge. Chronische Mandelentzündung oder auch Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse bilden oft Störfelder. Mit ihrer Behandlung können auch andere Beschwerden verschwinden. Neuraltherapie eignet sich auch bei Bronchialasthma, chronischer Bronchitis und Herzbeschwerden. Erkrankungen im Bauchraum, an Leber, Gallenblase, Magen, Bauchspeicheldrüse und im Unterleib konnten auch gelindert werden.

 

NICHT BEI KREBS

Da die Neuraltherapie fehlende Stoffe nicht ersetzt, kann sie hei Mangelerscheinungen (z. B. Diabetes) nur zur Unterstützung angewandt werden. Auch bei Erb- und Geisteskrankheiten, Krebserkrankungen, durch Verletzungen entstandenen Organschäden, narbigen Endzuständen und parasitären Erkrankungen ist die Neuraltherapie nach Huneke wenig geeignet. In vielen Fällen bietet sie jedoch überraschende Hilfe.