Eigenharntherapie

Behandlung mit dem eigenen Urin. In Asien, vor allem Indien, häufig vorgenommene Reizbehandlung, bei der der eigene Urin getrunken wird. Bei uns wird der Urin dagegen eher gespritzt und als Reiztherapie bei Allergien und chronischen Erkrankungen eingesetzt. Auch in besonderen Fällen werden Harnkuren durchgeführt. Die Harntherapie wirkt direkt auf das Immunsystem des Organismus und führt zu einer Selbstregulation verloren gegangener Abwehrfähigkeiten (so genannte kybernetische Vorgänge).

ALLGEMEINES

Sie wird auch Uro-Therapie oder Eigenurin-Behandlung genannt und ist die Bezeichnung für die Heilbehandlung mit menschlichem Urin. Urin ist eines der ältesten Mittel in der Medizin und seine Anwendung ist auch heute auf der ganzen Welt verbreitet, besonders aber in traditionellen Kulturen.

Die Vorurteile gegen eine Behandlung mit Urin sind sicherlich eher gefühlsmäßig und ästhetisch bedingt. Man glaubt außerdem, daß ausgeschiedene Stoffe zu Therapiezwecken nicht tauglich sein könnten. Daher mag in der heutigen Zeit diese Anwendung eher ungewöhnlich erscheinen. Sie kann jedoch auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken. Eigenharn wurde bereits schon vor 2000 Jahren als Heilmittel verwendet. Schon im Mittelalter war die Harnschau das wichtigste Hilfsmittel bei der Diagnostik und auch heute noch kann man mit Urinuntersuchungen vielen Krankheiten auf die Spur kommen.

1902 erschien eine wissenschaftliche Arbeit (Schattenfroh), die die Existenz von Lysinen (Antigenen) im Harn nachwies. Vor dem ersten Weltkrieg war die therapeutische Anwendung des Harns in Form von Injektionen in vielen Ländern Europas und in Amerika bekannt und erfolgreich. Durch den zweiten Weltkrieg und die zunehmende Entwicklung der chemisch-therapeutischen Methoden in der Medizin geriet die Eigenharn-Therapie in Vergessenheit.

Zu Beginn der 80er Jahre wurden in den USA schwere schadstoffbedingte allergische Zustände erfolgreich mit der Eigenharn-Therapie behandelt. In Deutschland entdeckte Kurt Herz, daß der Harn eine Reihe von Wirkstoffen wie z.B. Vitamine, Hormone, Antigene, Antikörper, Fermente und Auxone enthält. 

Bei uns in Deutschland wurde die Eigenharntherapie erst ab 1994 durch ein Buch der Journalistin und Fernsehmoderatorin Carmen Thomas wieder hoffähig gemacht.

weiterführende Informationen:

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» Indikatoren Ärzte und Patienten, die mit Urin Erfahrungen gesammelt haben, berichten von positiven Heilungs...

» Wirkung Bis zur Zulassung eines Medikaments in Deutschland müssen circa 500 Millionen Mark investiert werden.