Schröpfen

Die Geschichte der Schröpftherapie ist sehr alt, die frühesten Funde sind von 3.300 vor Christi Geburt in Mesopotamien gefunden worden.

In Griechenland in der Zeit des Hippokrates war das Schröpfen so geschätzt, das die Schröpfglocke zum Wahrzeichen eines bekannten Arztes wurde. Auch Ärzte wie Paracelsus von Hohenheim schrieb: „Wo die Natur einen Schmerz erzeugt, da hat sie schädliche Stoffe angehäuft und will sie ausleeren. Ist die Natur nicht im Stande diesen Vorsatz selbst auszuführen, muss der Arzt eine künstliche Öffnung direkt an der kranken Stelle machen und so Schmerz und Krankheit rasch heilen.“

Einer der bekanntesten Ärzte in England Christoph Wilhelm Hufeland schrieb, das dass Schröpfen ein sehr wirksames, jetzt zu sehr vernachlässigtes Hautreinigungsmittel ist und dessen Wirkung „teils in der Entfernung stockender und krankhafter Säfte zu liegen scheint“. Er therapierte damit Krankheiten an Ohren, Augen und Lunge, wie Lungenfell-, Herzbeutel- und Mandelentzündung, Rückenbeschwerden und vieles mehr. Später am Anfang des 20. Jahrhunderts war es Dr.Aschner der diese alte Methode wieder aufgegriffen hatte und dieser Therapie wieder Anerkennung verschaffte.


Wirkungsweise:

Die Wirkung greift in das kybernetische System ein und reguliert es dabei auf vier verschiedenen Ebenen.

Die vier Ebenen sind:

Horizontales Prinzip

Verbindung über das spinale und vegetative Nervensystem mit Hautorgan (cutiviszeraler Reflex) und Organhaut Reflexbahnen bei Erkrankungen oder einer Funktionsstörung innerer Organe kommt es zur Projektion auf spezifische Reflexpunkte an die Körperoberfläche, besonders neben der Wirbelsäule.

Dazu gehören:

  • Headsche Zonen
  • Trigger Points
  • paravertebrale Irritationszonen
  • muskulärer Hartspann
  • Bindegewebszonen und Gelosen

Verbindungen bestehen aber nicht nur zwischen Haut und Organ sondern zwischen allen von einem Segment aus innervierten Strukturen.

Vertikales Prinzip

mit Verbindungsbahnen des Rückenmarkes über Vagus, Symphaticus, Stammhirn und Cortex.

Weitere vertikale Verbindungen

Durch die Längssegmentierung des Körpers, wie bei

  • Akupunkturlinien, also den Meridianen
  • zehn senkrecht verlaufenden Fitzgerald Linien, wie bei der Fussreflexzonentherapie
  • Beinflussung auch auf Akupunkturmikrosysteme wie z. Bsp. Ohrakupunktur, koreanische Handakupunktur usw.

Biologische Regelkreissysteme

Zwischen all diesen Systemen bestehen Überschneidungen und Vernetzungen, wie in einem kybernetischen Modell zum Zweck der Selbstregulation.

Paracelsus nannte diese Selbstheilungskräfte im Körper „Archäus“ oder „innerer Arzt“. Bei Erkrankungen eines Körperbezirks werden die Reflexpunkte aller Regelkreise, die diesen Sektor kontrollieren, aktiviert. Somit kommt es bei richtiger gezielter Therapie an einem kybernetischen System zur Auflösung der analogen Alarmpunkte in den anderen Systemen. Die Reflexpunkte sind damit gleichzeitig Orte der Diagnostik und der Therapie.


Schröpfkopfmassage

Tonisierende und Muskelentkrampfende Wirkung der Massage.

Beruhigende und entspannende Wirkung.

Behandlungsablauf

Das Schröpfglas wird neben der Wirbelsäule unter einem permanenten Unterdruck hin und her verschoben.

Hier kommt zu einer sehr wohltuenden Entkrampfung der Wirbelsäulemuskulatur.

Die Wirkungssteigerung der Schröpfkopfmassage ist die Petechiale Saugmassage nach Zöbelein (PSM).


Schröpfen trocken

Wirkungsweise:

Beim trockenen (unblutigen) Schröpfen werden Leergelosen oder schlecht durchblutete Hautreale behandelt. Wie beim blutigen Schröpfen kommen mehrere Effekte Zustande:

  • Zunehmende Durchblutung an der Haut, Unterhaut und am Bindegewebe durch den Saugvorgang.
  • Funktionsverbesserung der zur Reflexzonen zugehörigen Organe
  • Stoffwechselsteigerung und besserer Sauerstoffversorgung
  • Aktivierung des Immunsystems
  • Vegetative Funktionsanregung
  • Allgemeine Energiezufuhr

Indikationen

  • Chronische Schwächezustände
  • Verbesserung der Regenerationsvorgängen nach Operationen
  • Wirbelsäulenschmerzen
  • Rheumatische Erkrankungen (M.Bechterew, Osteoporose und schmerzhaft verspannte Muskulatur.

Schröpfen blutig

Wirkungsweise:

  • Hauptsächlich Verbesserung der Hämodynamik in der Reflexzone und im Zielort. Also somit Verbesserung des Stoffwechsels und Veränderung des   Energiestatus am Zielort.
  • Verbesserung der Mikrozirkulation von Blut und Lymphe
  • Senkung des Hämatokrits (feste Blutbestandteile in %)
  • Tonusabnahme der Gefäßwandmuskulatur
  • Drainage der lokalen Schwellung und der Schmerzrezeptoren nach außen, durch die reaktive Durchblutung nach innen
  • Stoffwechselverbesserung im betroffenen Segment
  • Starke Stimulierung verschiedener Hautrezeptortypen mit Entspannung der Muskulatur und Schmerzreduktion im entsprechenden Segment